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Ausflüge, Touren und Rundwege (Gite, Tour e itinerari)
BEMERKUNGEN ZUR REISE
Im Salento sind die apulische Geschichte und die Traditionen, die mit Griechenland und der Byzanz verbunden sind, konzentriert. Es ist ein erstaunliches Land, denn auch im kleinsten und ruhigsten Ort ist eine barocke Kirche, eine Burg oder ein freiherrlicher Palast zu finden. Es ist ein unentschlossenes Land zwischen zwei Meeren, dem adriatischen und dem ionischen, welche sandige oder felsige Strände umspülen, je nachdem worauf wir Lust haben, ein Land, wo nichts voraussehbar ist. Überall begegnet man der Herzlichkeit seiner Einwohner: Gastfreundschaft ist noch ein heiliges Gut und es kommt vor, dass man mit einem freundlichen Lächeln aufgefordert wird, kulinarische Spezialitäten zu probieren oder eine offene Kapelle zu betreten, die für die Einkehr des Wanderers gedacht ist. Lecce betritt man mit einem Gefühl, als ob man im Salon einer reichen und verführerischen Edelfrau empfangen wird, die ihre klassische Vergangenheit nicht hinter sich lassen kann. Das römische Amphitheater bricht die Atmosphäre der Renaissance und des Barock auf der Piazza Sant’Oronzo, dem Ort, wo man vom Palazzo del Sedile, über die dazugehörige Chiesetta von San Marco, bis hin zur Statue des Sant’Oronzo, die auf einer der Säulen der Via Appia steht, den Glanz der Stadt Lecce zur Zeit der Anjou und der Spanier sieht. Sobald man aber die Basilica di Santa Croce oder die Piazza del Duomo erreicht, überkommt einen das Gefühl, sich in auf einer Theaterbühne zu befinden.
Im östlichsten Teil Italiens liegt Otranto. Als ursprünglich griechische und römische Stadt war sie eine der wichtigsten Zentren der byzantinischen Herrschaft in Italien, Hauptstadt und Heeresstandort für das umliegende Gebiet. Seine Blütezeit beendete jäh die Belagerung durch die Türken im Jahr 1480 und das Massaker an 800 Einwohnern, den berühmten Märtyrern von Otranto. Im Lichtspiel der Steine in der Sonne scheint die Welt sich zu loszulösen und den Duft des Meeres zu genießen, der sich mit dem Duft der kulinarischen Köstlichkeiten mischt, die in den Vitrinen und in den Gassen angeboten werden. Das Leder-, Töpfer- und Steinmetzhandwerk lockt jedes Jahr viele Touristen an. Der Reiz der zahlreichen Kunsthandwerksläden, der köstlichen Orte zum Einkehren, die sich in den wenigen weißen Straßen ballen, lenkt dennoch nicht von einem Besichtigung dieses Schmuckstücks an orientalischer Architektur ab: die Besucher sind stets angesichts der mit bunten Fresken geschmückten Wände der Kirche von San Pietro d'Otranto entzückt. Wenige Schritte entfernt von dieser bunten Fülle an Eindrücken beeindruckt bereits die nächste Pracht: die Festung am Meer, die Ende des 15. Jahrhunderts von der Krone Aragon erbaut wurde. Das wirkliche Schmuckstück der Stadt ist jedoch die Kathedrale. Dort befindet sich das wunderschöne Mosaik aus vielfarbigen Mosaiksteinen, welche einen riesigen Lebensbaum darstellen. Das gesamte Wissen des Mittelalters ist hier konzentriert, die Kapelle der Märtyrer und die fünfschiffige Krypta.
Der herausragende Ort, nicht zuletzt weil er aufgrund seiner Einzigartigkeit zur UNESCO Welterbe erklärt wurde, ist Castel del Monte, das im Grenzland zwischen den Provinzen Bari und Foggia auf einer Anhöhe trotzt, die strategisch die darunter liegende Landschaft überragt. Es war der Lieblingsort des Hohenstaufer-Kaisers Friedrich II und ist in seiner Form besonders originell (achteckig, mit acht achteckigen Türmen). Noch heute nach jahrelanger Forschung sind die wahre Bedeutung und seine Bestimmung geheimnisumwittert. Der Bau geht auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück und die Tatsache, dass sämtliche Verteidigungsmechanismen und Gefängnisse fehlen, führt zu der Vermutung, dass das Castel nicht zu Verteidungszwecken gebaut wurde, sondern einfach zum Bewohnen oder gar als esoterisches Symbol.
Trani ist in der Geschichte Apuliens wegen seiner kulturellen Blüte bekannt, die teilweise der Liebe Friedrichs II. zu diesem Stück Land zuzuschreiben ist. Vor allem aber ist die Blüte vom Handel mit dem Adriaraum und Venedig, sowie von den Beziehungen mit dem Heiligen Land während der Kreuzzüge und von der Gründung der Universität der Rechtswissenschaften bedingt. Diese alten Zeiten sind noch heute für die Besucher der wunderschönen Kathedrale spürbar: wegen der Nähe zum Meer und zur Burg von Friedrich II. strategisch, bezaubernd wegen seines hohen Turms und den Apsiden mit Bogenrücken. Die Geschichte des Doms erzählen seine verschiedenen Schichten: ein Hypogäum zu Ehren des San Leucio (7. Jhdt.), die Kirche von Santa Maria (8. Jhdt.), die sich bis zur Krypta der oberen Kirche, die San Nicola Pellegrino gewidmet ist, entwickelt (1099). Bei einem Besuch sind vor allem die künstlerischen Einzelheiten, wie die Basreliefs, die Säulen, die Kapitelle und die Spuren sehr alter Fresken zu bewundern. Die Außenwand ist mit reichlich mit in den Stein gehauenen Bildern geschmückt, die sowohl biblische Themen haben, als auch an die Tradition der mittelalterlichen Bestiarien angelehnt sind. Diese sind moralisierende Lehrwerke, die in Form von Mythos und Legende die Stärken der Tiere behandelten. Auch das Eingangsportal ist sehr bekannt.
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